46P/Wirtanen

Dieser Komet wurde 1948 von Carl Wirtanen mit dem 50 cm-Astrographen der Lick-Sternwarte in Kalifornien entdeckt. Er war damals 16 mag hell. Die Bahnberechnung ergab eine Periode von 6,7 Jahren. Nach Begegnungen mit Jupiter in den Jahren 1972 und 1984 liegt seine Umlaufszeit um die Sonne nun bei 5,5 Jahren. Das nächste Perihel durchläuft der Komet am 12. Dezember 2018. Nur vier Tage später nähert er sich der Erde bis auf 0,078 AE (knapp 12 Mio km).

Am Abend des 10. Dezember lockerten die Wolken auf. Ich wollte den aufgehenden Kometen mit meinem f = 14 mm Weitwinkel gegen 18 Uhr MEZ über den Häusern des Ostlandringes fotografieren, aber erst gegen 21:45 MEZ zeigte sich eine größere Wolkenlücke. Da hatte der Komet schon fast die Dachrinne über meinem Küchenfenster erreicht (auf dessen Fensterbank die Kamera stand).

46P/Wirtanen von 21:46 - 21:51 MEZ bei den Hyaden
Summenbild 60 x 5 Sekunden (ohne Nachführung) mit ASI 174 MCC Kamera, Gain 400, ungekühlt bei +14° C, Objektiv Samyang f = 14 mm, Blende 2,8.
Entfernung von der Sonne 1,056 AE (158 Mio km), Entfernung von der Erde 0,085 AE (13,7 Mio km), Helligkeit ca. mag 6.
Summenbild verkleinert auf 70%, Ausschnitt in Originalgröße

Messungen mit dem Aperture Photometry Tool zeigten, daß die Gesamthelligkeit von 46P hier gleich der Helligkeit von TYC 60 1626 also gleich 6,4 mag ist (TYC 60 1626 ist nahe dem linken Bildrand des Ausschnitts, der unterste der drei hellen Sterne dort). Helligkeitsschätzungen vom 10. und 11. Dezember unter dunklem Himmel von erfahrenen Beobachtern sind: 4,4/3,9/4,1/4,2 mag (CBET 4585) also mehr als zwei Größenklassen heller als auf dem Foto gemessen. Ursache ist der helle Elmshorner Himmel, der Komet stand in 38° Höhe über der Elmshorner Innenstadt. Die Himmelshelligkeit betrug dort 18,3 mag pro Quadratbogensekunde. Ein dunkler Himmel mit einer visueller Grenzgröße von 6,3 mag hat etwa 21,5 mag pro Quadratbogensekunde.

Der Durchmesser des Kometen beträgt auf dem Bild 6 - 7 Pixel, das entspricht 19 Bogenminuten. Am dunklen Himmel waren es 80/90/60/70 Bogenminuten am 10. und 11. Dezember (CBET 4585). Das sind durchschnittlich 75 ± 15 Bogenminuten, also viermal so viel wie auf dem Bild sichtbar ist. Der helle Elmshorner Himmel hat also den größten Teil der äußeren Koma verschluckt und damit die Gesamthelligkeit des Kometen drastisch reduziert.