C/2012 K5 (LINEAR)

 

Dieser Komet wurde am 25. Mai 2012 mit dem 1-Meter-Spiegelteleskop des Lincoln Laboratory Near-Earth Asteroid Research Project entdeckt. Er war mag 18,5 hell.

Das Perihel wurde am 30. November 2012 durchlaufen, die größte Erdnähe war am 31. Dezember mit 0,29 AE (44 Mio km).

Kurz vor Weihnachten hatte ich meine Pentax K5 Kamera mit dem Astrotracer-Modul bekommen. Leider war der Himmel fast ständig bewölkt, erst am 26. Dezember gelangen erste Sternfotos in einer größeren Wolkenlücke, allerdings war fast Vollmond. Erst am 30. Dezember sollte der Mond dann nach dem Ende der Astronomischen Dämmerung aufgehen. Tatsächlich gab es an diesem Abend zur rechten Zeit eine kleine Wolkenlücke im Nordosten. Aber ganz klar war es nicht, auf allen Bildern sind dünne Wolkenstreifen zu sehen und die Elmshorner Beleuchtung störte am frühen Abend auch noch kräftig.

Komet C/2012 K5 (LINEAR) im Sternbild Luchs

Fünf Fotos vom 30. Dezember 2012 addiert
18:42 - 18:45 MEZ
Ostlandring 53, Elmshorn
mit Teleobjektiv f = 85 mm, Blende 2,0
ISO 800, insgesamt 75 Sekunden belichtet
Ausschnitt 5,1 x 3,8 Grad

Entfernung von der Erde 0,294 AE (44 Mio km)
Entfernung von der Sonne 1,251 AE (187 Mio km)

Gesamt-Helligkeit etwa mag 8,5
Grenzgröße etwa mag 12,6

Ausschnitt 38' x 38' (zweifach vergrößert)
Die beiden Sterne über dem Kometen sind mag 9,2 und 10,2

 

 

 

 

 

 



Zwei Tage später gab es eine größere Wolkenlücke. Elf Bilder vom Fensterbrett des Küchenfensters auf der Straßenseite des Hauses ergaben dies:

 

Komet C/2012 K5 (LINEAR) im Sternbild Fuhrmann

Elf Fotos vom 01. Januar 2013 addiert
19:33 - 19:39 MEZ
Ostlandring 53, Elmshorn
mit Teleobjektiv f = 85 mm, Blende 2,0
ISO 800, insgesamt 165 Sekunden belichtet
Ausschnitt 5,1 x 3,8 Grad

Entfernung von der Erde 0,297 AE (44 Mio km)
Entfernung von der Sonne 1,264 AE (189 Mio km)

Gesamt-Helligkeit etwa mag 8,5
Grenzgröße etwa mag 13,1

Ausschnitt 38' x 38' (zweifach vergrößert)
Der kleine Stern direkt rechts vom Kometen ist mag 9,9
der hellere unter dem Kometen ist mag 8,9

 

 

 

 

 

 


Es sind viel mehr Sterne zu sehen. Der Komet bewegt sich zur Milchstraße und durch die längere Belichtung ist die Grenzgröße etwas besser.

Die hier verwendeten sieben Bilder haben einen fast neutralen (grauen) Himmelshintergrund, alle weiteren Bilden zeigen einen stark rötlichen Hintergrund. Ursache könnte Streulicht aus der Wohnung sein, das durch die offene Küchentür in den Sucher gelangte. Das kann durch das Anbringen der mitgelieferten Sucherabdeckung verhindert werden. Bei einer späteren Bilderserie mit der angebrachten Sucherabdeckung waren aber alle Bilder mit rötlichem Hintergrund. Wahrscheinlicher ist als Ursache eher der automatische Weißabgleich (AWB). Sein Bereich wird als ~4000 bis 8000 K angegeben. Die Farbtemperatur des Elmshorner Himmels lag bei diesen Bildern bei 3850 K, also nahe der Grenze des AWB. Vermutlich hat der AWB bei einigen Bildern funktioniert, bei anderen nicht.

Bei den bisherigen Bildern lag die Farbtemperatur des Elmshorner Nachthimmels (ohne Mond) bei 3500 K. Mit der Einstellung des Weißabgleichs auf 3500 k war der Himmel in einer kleinen Wolkenlücke am 9. Januar tatsächlich fast grau (mit einem leichten Grünstich, den ich in Fitswork entfernt habe). Die Wolkenlücke reichte aber nur für sechsmal 30 Sekunden:

 

Komet C/2012 K5 (LINEAR) im Sternbild Orion

Sechs Fotos vom 09. Januar 2013 addiert
23:16 - 23:19 MEZ
Ostlandring 53, Elmshorn
mit Teleobjektiv f = 85 mm, Blende 2,0
ISO 800, insgesamt 180 Sekunden belichtet
Ausschnitt 5,1 x 3,8 Grad

Entfernung von der Erde 0,406 AE (61 Mio km)
Entfernung von der Sonne 1,264 AE (189 Mio km)

Gesamt-Helligkeit etwa mag 9,5
Grenzgröße etwa mag 12,9

Ausschnitt 38' x 38' (zweifach vergrößert)
Der Stern über dem Kometen ist mag 10,3
der Stern links unterhalb vom Kometen und dem kleinen Doppelstern ist mag 9,6
Die Komponenten des kleinen Doppelstern sind 62" voneinander entfernt
Die linke Komponente hat eine Helligkeit von mag 10,8

 

 

 

 

 

Der Komet ist deutlich schwächer geworden. Immerhin ist ein kleiner Schweif sichtbar.
Am 11. Januar war der Himmel wieder klar, aber die Nachführung mit dem Astrotracer funktionierte nicht richtig. Das erste Bild war gut, aber die restlichen neun Bilder zeigten deutliche Sternspuren. Hier das Ergebnis der Addition der besten fünf Bilder (jeweils 30 Sekunden belichtet):

 

Komet C/2012 K5 (LINEAR) im Sternbild Stier

Fünf Fotos vom 11. Januar 2013 addiert
22:11 - 22:15 MEZ
Ostlandring 53, Elmshorn
mit Teleobjektiv f = 85 mm, Blende 2,0
ISO 800, insgesamt 150 Sekunden belichtet
Ausschnitt 5,1 x 3,8 Grad

Entfernung von der Erde 0,448 AE (67 Mio km)
Entfernung von der Sonne 1,340AE (200 Mio km)

Gesamt-Helligkeit etwa mag 10
Grenzgröße etwa mag 13,3

Ausschnitt 38' x 38' (zweifach vergrößert)

 

 

 

 

 

 

 

Zum Vergleich ein Summenbild mit dem 50mm-Objektiv drei Stunden später aufgenommen. Der Bildausschnitt ist etwa gleichgroß, aber gedreht.

 

Komet C/2012 K5 (LINEAR) im Sternbild Stier

Vier Fotos vom 12. Januar 2013 addiert
01:31 - 01:33 MEZ
Ostlandring 53, Elmshorn
mit Objektiv f = 50 mm, Blende 2,0
ISO 800, insgesamt 120 Sekunden belichtet
Ausschnitt 5,1 x 3,8 Grad


Gesamt-Helligkeit etwa mag 10
Grenzgröße etwa mag 13,6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Mitternacht wird der Elmshorner Himmel deutlich dunkler. Trotz der kleineren Objektivöffnung, der etwas kürzeren Belichtungszeit und der geringeren Höhe über dem Horizont (nur noch 24 Grad) ist die Grenzgröße geringfügig besser.

Gesamt-Helligkeiten nach Kammerer