Das Leo Triplet mit f = 500 mm und f = 135 mm

Im Mai 2016 hatte ich das Leo Triplet mit dem Samyang f = 85 mm und dem Astrotracer der Pentax K5 aufgenommen mit einer Belichtungszeit von
insgesamt 25 Minuten bei Blende 2 und ISO 1600.
Das Bild zeigte wenig Details vom Triplet, aber immerhin waren Sterne von 15 mag sichtbar.

In der Nacht vom 30./31. März 2020 wollte ich das Triplet mit dem Samyang f = 500 mm von der Fensterbank meines beheizten Wohnzimmers
mit einer Serie von 720 x 5 sec (1 Stunde) aufnehmen. Aber die Luftunruhe war viel zu groß um gut fokussieren zu können. Also schwenkte ich die
Kamera zu Regulus, verkürzte die Belichtung auf 0,1 sec und versuchte durch Hin- und Herdrehen am Fokusring das kleinste Regulusbild zu finden.

Mit diesem Fokus ging es zurück zum Triplet und einer verkürzten Serie von 360 x 5 sec von 00:04 - 00:35 MESZ. Um 00:19 MESZ stand das Triplet
50 Grad hoch im Süden, der zu 35% beleuchtete Mond war noch 17 Grad hoch in WNW. Die Lufttemperatur betrug 0°C, die relative Luftfeuchtigkeit
lag bei 75%.

Trotz der starken Luftunruhe sieht das Summenbild verkleinert auf 35% doch ganz ordentlich aus:

Leo Triplet mit Samyang f = 500 mm, f/6,3, 30 Minuten belichtet mit ASI 294 MC Pro bei 400 gain und -10°C Sensortemperatur

Die Verkleinerung auf 35% entspricht einer Brennweite von 175 statt 500 mm. Da lag es nahe, ein Vergleichsbild mit dem Samyang f = 135 mm zu machen. Und das klappte
schon am nächsten Abend - diesmal vom Fensterbrett der ungeheizten Küche. Das Küchenfenster zeigt den Osthimmel, die Bildserie mußte also früher beginnen. Die
Astronomische Dämmerung endete um 22:03 MESZ (am Westhimmel), so begann ich eine Serie von 180 x 20 sec (1 Stunde) um 21:43 MESZ. Um 22:13 MESZ stand das
Triplet 44 Grad hoch im Südosten, der zu 44% beleuchtete Mond war 43 Grad hoch in WSW. Die Lufttemperatur betrug +2°C, die relative Luftfeuchtigkeit lag bei 65%.

Hier ein Ausschnitt vom Summenbild in Originalgröße:

Leo Triplet mit Samyang f = 135 mm, f/2,8, 60 Minuten belichtet mit ASI 294 MC Pro bei 400 gain und -10°C Sensortemperatur

Auch hier war im vergrößerten Livebild die Luftunruhe deutlich zu sehen (wenn auch längst nicht so ausgeprägt wie mit dem 500 mm Objektiv).
Der Fokus ist hier etwas "weich", das läßt sich vermutlich mit der Hartmannmaske noch verbessern. Ansonsten sind die Details bei den drei
Galaxien in den beiden Bilder doch recht ähnlich.

Das 500 mm glänzt bei den sehr kurz belichteten Mondbildern, wo aus einer Serie von vielen Bildern die besten ausgesucht werden können.

Nachtrag 03.04.2020

Mich interessierte die Himmelshelligkeit in diesen Bildern. Aber bei den Messungen mit Astrometrica gab es unerwartete Ergebnisse beim 500 mm
Spiegeltele. Der Himmelshintergrund in ADU/Pixel war bei den Einzelbildern sehr ähnlich aber der Zeropoint änderte sich von anfangs 19,65 mag bis
auf 20,96 mag am Ende der Bildserie. Bei der Messung von Sternhelligkeiten stellte sich heraus, dass der Zentroid falsch gesetzt wurde. In den
unscharfen Einzelbildern des Spiegelteles ist das Zentrum dunkler als der Rand des Sternscheibchens und der Zentroid wandert in den hellsten Teil
des helleren Kreisringes des Sternscheibchens. Diese Messungen sind unbrauchbar. Mit dem 135 mm Objektiv gab es dieses Problem natürlich nicht.
Das erste Bild von 21:43 MESZ hat eine Himmelshelligkeit von 18,83 mag/Quadratbogensekunde, das letzte Bild von 22:43 MESZ hat
19,25 mag/Quadratbogensekunde.