Update 17.04.2016: Ein Video-Sucher für die Pentax K5 und das 85 mm Objektiv.

Update 08.05.2016 Fokussierung des 85 mm Objektivs

Update 11.05.2016 Das Leo Triplet mit dem 85 mm Objektiv

Erste Erfahrungen mit dem Astrotracer der Pentax K5 Kamera

Inzwischen gab es einige Wolkenlücken, in denen ich die Kamera testen konnte. Nicht immer klappte es mit dem richtigen Fokus. Das Liveview-Bild kommt mit einer kleinen Verzögerung, das erschwert das genaue Fokussieren. Ich habe mir daher eine Millimeterskala auf den Einstellring geklebt und mit einer Reihe von Testaufnahmen den richtigen Fokus gefunden. Heute gab es nun am frühen Abend (also noch viel Licht von der Stadt) einen klaren Himmel ohne Mond in Elmshorn. Am Westhimmel etwa 40 Grad Höhe war Deneb zu sehen und ich habe mal probiert, ob der Nordamerika-Nebel unter diesen Umständen mit der Kamera sichtbar wird:

Das hat geklappt! 14 Bilder je 30 Sekunden bei ISO 800 mit dem Samyang 85 mm, Blende 2, das ganze Bild (10 x 15 Grad) auf 25% verkleinert. Bei Blende 1,4 soll das Bild praktisch genauso scharf sein aber ich nehme lieber Blende 2, um mehr Spielraum bei der Fokussierung zu haben. Außerdem gibt es weniger Vignettierung in den Bildecken bei Blende 2. Ein Problem bleiben die blauen Höfe um viele Sterne. Die habe ich hier mit Fitswork wegrechnen lassen. Nun sind sie schwarz, was immerhin besser aussieht.

Insgesamt habe ich 20 Bilder aufgenommen. Ein Bild (das letzte) zeigte längliche Sterne, weitere fünf Bilder habe ich aussortiert, weil sie den niedrigsten Score im DeepSkyStacker hatten. Für ein Bild von der Fensterbank aus im Stadtgebiet von Elmshorn am frühen Abend aufgenommen finde ich das Ergebnis doch recht ordentlich.

Rainer Kracht, 12.01.2013

Um 22 Uhr wird bei mir die Hälfte der Straßenlampen abgeschaltet und dadurch der Blick auf den Himmel verbessert. Am 3. Januar konnte ich gegen 22:27 MEZ einige Aufnahmen des Andromedanebels machen, der noch in einer Höhe von 46 Grad über dem Westhorizont stand:


Vier Bilder mit je 30 Sekunden, f = 85mm, Blende 2, ISO 800 addiert. Ausschnitt auf 50% verkleinert.

Rainer Kracht, 14.01.2013


Pentax K5 mit Samyang Objektiv f=85 mm, f/1.4, GPS-Modul auf dem Blitzschuh, Bilora Twister Pro Mini Stativ
auf der Fensterbank. Bei feststehender Kamera wird der Sensor in der Kamera so bewegt, dass Sterne auch
bei längeren Belichtungen punktförmig abgebildet werden.

Im Internet gibt es Berichte, wonach das GPS-Modul in Gebäuden nicht funktioniert. Auf der Fensterbank gab
es aber kein Problem, es wurden 8 - 10 Satelliten gefunden. Trotzdem war das erste Ergebnis enttäuschend:
die Sterne waren bei der Entfernungseinstellung auf unendlich unscharf! Es muß also manuell fokussiert werden.
Das ist zum Glück kein Drama, die Kamera hat einen Liveview-Modus bei dem man das Bild 10fach
vergrößern kann (es sind auch genug Sterne auf dem Liveview-Bild zu sehen).

Nun hätte es klappen können mit den ersten Astrofotos, aber die waren verwackelt! Ursache war der
"Spiegelschlag" beim Auslösen. Nun kann man in den Tiefen der Menüs eine Spiegelvorauslösung einstellen,
einfacher geht das aber über die Taste "Selbstauslöser", den man auf 2 Sekunden stellen kann. Dann wird der
Spiegel beim Auslösen hochgeklappt und die Aufnahme beginnt 2 Sekunden später.

Am 26. Dezember 2012 gegen 20 Uhr MEZ war es dann soweit: Es gab größere Wolkenlücken aber leider
auch einen fast vollen Mond (GUIDE8 gab als visuelle Grenzgröße mag 4.3). Wegen des hellen Himmels habe
ich auf f/2 abgeblendet und bei ISO 800 10 Sekunden belichtet und in eine Wolkenlücke fotografiert.
Sechs Aufnahmen addiert gaben dieses Ergebnis (resized auf 50%):

Schönes Bild, aber wo ist das? Welche Sterne sind das?
So ungefähr hatte ich ja die Richtung, aber auf Sternkarten konnte ich das genaue Gebiet nicht finden.
astrometry.net bietet an, solche unbekannten Sternfelder zu identifizieren. Man kann die Bilder in die
Astrometry-Gruppe von Flickr hochladen und bekommt dann nach kurzer Zeit die
Antwort.

Nun konnte ich das Bild auch mit Astrometrica auswerten: Bildmitte 19h 00,5m +63d 20', Bildgröße 15,7 x 10,4 Grad, Grenzgröße (SNR=3) mag 13,3.

Erstaunlich, was so eine Mini-Sternwarte auf dem Fensterbrett bei Vollmond leisten kann!

Rainer Kracht, 29.12.2012