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12.01.2020 Meine Fensterbrettsternwarte

10.01.2020 Der Mond im Halbschatten der Erde

"First Light" mit der ASI 294MC Pro

Der erste klare Abend nach dem Kauf der Kamera war am 4. Januar 2020. Ziel war es, die Kamera versehen mit dem ebenfalls neuen Samyang 135 mm Objektiv am Pferdekopfnebel zu erproben. Dabei wurde ein 3-Band-Filter (H-a, H-b, OIII, eigentlich ist das ein 2-Band-Filter, da H-b, OIII in einem Durchlaßfenster liegen) zur Kontraststeigerung verwendet. In der Zeit von 20:20 - 21:20 MEZ gelang eine Serie von 180 x 20 sec mit der Merlin-Nachführung aus dem Küchenfenster.

In der Mitte der Aufnahmedauer stand der Pferdekopfnebel 27° über dem Elmshorner Südosthorizont, der schon zu 65% beleuchtete Mond war 40° hoch in SSW. Die Lufttemperatur betrug +3°C, die relative Luftfeuchtigkeit lag bei 80%. Die Einzelbilder wurden mit Fitswork bearbeitet. Zunächst wurde das passende Dark subtrahiert, dann das Ergebnis debayert und schließlich wurden die Bilder mit der 2 Sterne Fixierung addiert. Das Summenbild wurde farbkorrigiert (R x 4,73 G x 1,166 B x 1,0) um einen neutralen Himmelshintergrund zu erhalten. Dann wurde der Hintergrund geebnet um die Gradienten von Stadt- und Mondlicht zu entfernen. Zum Schluss wurden die Helligkeiten angepaßt und das Bild entrauscht. Hier das Ergebnis aus 167 von 180 Einzelbildern:


Orionnebel, Pferdekopfnebel, Flammennebel und ein Teil von Barnards Loop (verkleinert auf 35%)
Belichtungssumme 55,7 Minuten mit ASI 294MC Pro, -10° Sensortemperatur, gain 300, Samyang 135 mm, Blende 2,8, Tri-Bandfilter
Das Innere des Orionnebels ist schon in den Einzelbildern (20 sec) ausgebrannt. Die Halos um die hellsten Sterne werden vermutlich vom Filter verursacht.


Ausschnitt mit Pferdekopf- und Flammennebel (verkleinert auf 70%)

Vor den Bildern vom Pferdekopfnebel habe ich Testbilder von IC 405 und IC 410 im Fuhrmann gemacht. Die ASI 294MC Pro hat keinen IR-Sperrfilter eingebaut, deshalb habe ich zunächst eine Serie von 12 x 10 sec ohne Filter gemacht, um zu sehen wie gut das Samyang ohne Filter abbildet. Danach folgte eine Serie von 30 x 20 sec mit dem 3-Band-Filter (Verarbeitung wie oben beschrieben). Das Summenbild mit Filter sieht so aus:


IC 405 (oben), IC 410 (unten) und M38 (links) im Fuhrmann mit einer Belichtungssumme von 10 Minuten 20:02 - 20:12 MEZ (verkleinert auf 35%)

Erstaunlich was mit einer so kurzen Belichtungszeit schon zu sehen ist. Und auch was nicht zu sehen ist, gefällt mir (keine Halos).
Das Bildzentrum stand um 20:07 MEZ in 56° Höhe über dem OSO-Horizont. Stadt- und Mondlicht störten da weniger als im Orion.
Hier noch der Vergleich 2 Minuten ohne Filter und 10 Minuten mit 3-Band-Filter (der auch IR weitgehend blockt):


M38 mit Filter (links) und ohne Filter (rechts) in Originalgröße

Die Anschaffung eines IR-Sperrfilters scheint durchaus angebracht zu sein.

Rainer Kracht, 09.01.2020